Duftöle und ihre Wirkung auf die Seele

Duftöl erfrischt nicht nur die Raumluft, es hat auch eine ganz spezielle, gesundheitsfördernde Wirkung auf unsere Psyche. Welches Duftöl wobei am besten hilft, erfahren Sie in unseren Ratgeber.

Oh es riecht gut – nicht nur zur Weihnachtszeit… Duftöle können unser Leben bereichern, indem wir sie aufnehmen und an positive Erlebnisse erinnert werden, vielleicht an einen Sommertag am Meer mitten im Winter oder an Omas Obstkuchen, der so oder ganz ähnlich gerochen haben muss. Düfte gefallen uns oder gefallen uns nicht. In jedem Fall lösen Sie Emotionen aus und können damit unseren Körper und unsere Seele beeinflussen.

Die Aromatherapie macht sich dies zu Nutze und setzt Duftöle für die unterschiedlichsten Beschwerden ein. Dabei kommt der Psyche eine besondere Bedeutung bei. Duftöle können uns nach einem langen Tag entspannen und beruhigen, schlechte Laune vertreiben und positive Gedanken fördern. Wie Sie durch die Verwendung von Duftölen zu mehr Ruhe und innerer Gelassenheit finden, erfahren Sie im Folgenden.

Wie ist die Wirkung auf die Psyche zu erklären?

Das Düfte unsere Seele beeinflussen können, ist längst kein Geheimnis mehr. Der Geruch selbst gilt als primitivster Sinn und ist im Gehirn eng mit den für Emotionen und Erinnerungen zuständigen Arealen verknüpft. Wenn wir einen Duft einatmen, gelangt dieser über die Nasenschleimhaut ins Gehirn. Wenn wir einen Duft wahrnehmen, verbinden wir nicht selten Erinnerungen und Emotionen damit. Ätherische Öle können somit bestimmte Körperfunktionen und unsere Psyche direkt beeinflussen.

Duftöle contra Depression

Duftöle einatmen und Depressionen verschwinden – ganz so einfach ist es leider nicht. Depressionen sind ernstzunehmende Krankheiten, welche professioneller Hilfe bedürfen. Duftöle können jedoch, begleitend zur Psychotherapie, sehr gut Anwendung finden. Depressionen werden von vielfältigen Symptomen begleitet, welche durch die Anwendung von Duftölen gelindert werden können. Dazu zählen Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Angstgefühle.

➔ Achtung: Duftöle sind kein Ersatz für eine professionelle Behandlung bei Depressionen.

Beruhigende Öle – Balsam für die Seele

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Duftölen gezielt zu entspannen. Wenn Sie abends schlecht einschlafen können, ist der Duft von Lavendel oder Jasmin eine Wohltat. Nach einem stressigen Tag können Sie mit dem Duft der Kamille entspannen. Lavendel- oder Zitrusöle beruhigen und sorgen gleichzeitig für einen klaren Kopf und eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Gegen miese Stimmung helfen Ihnen Blütenöle, wie Rose oder Geranie.

Die besten 8 Duftöle und ihre Wirkung

❶ Orangenöl

Orangenöl ist die erste Wahl, wenn es darum geht, der Seele etwas Gutes zu tun und trübe Stimmung zu vertreiben. Pessimisten werden ihre Zukunft weniger düster betrachten. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Sonne fehlt, neigen wir zu depressiver Stimmung. Nicht umsonst werden die winterlichen und weihnachtlichen Düfte nicht selten mit Orangen assoziiert. Das Öl hilft Ihnen auch, wenn Sie lustlos erscheinen und sich nur schwer auf eine Arbeit konzentrieren oder dazu motivieren können. Mit Orangenöl werden Sie auch besser einschlafen. Gegen innere Unruhe, einhergehend mit Angstgefühlen, ist Orangenöl ebenfalls eine gute Wahl.

❷ Johanniskrautöl

Das Johanniskraut verdankt seinen Namen Johannes dem Täufer und der Tatsache, dass die Pflanze an dessen Namenstag, dem 24. Juli, in voller Blüte steht. Das Öl ist reich an Aktivstoffen, welche die Stimmung aufhellen und bei depressiven Zuständen gute Dienste leisten können. Angstzustände können mit Hilfe von Johanniskraut abgeschwächt werden. Lassen Sie trübe Gedanken nicht zur Ruhe kommen, wirkt Johanniskrautöl als Einschlafhilfe.

➔ Tipp: Johanniskrautöl hilft auch bei Migräne oder Wetterfühligkeit.

❸ Rosenöl

Wer liebt ihn nicht, den Duft der edlen Rosen. Das wertvolle blumige Öl wird Ihre Stimmung sofort verbessern. Vertreiben Sie den Winterblues mit dem Blumenduft des Sommers. Bei leichten depressiven Verstimmungen ist Rosenöl ein Mittel, welches sogar von Psychologen favorisiert wird. Die ausgleichende und entspannende Wirkung kann man sich bei allgemeiner Anspannung und Überlastung zu Nutze machen. Fühlen Sie sich müde und schlapp, ist die anregende Wirkung des Rosenöls willkommen.

➔ Tipp: Rosenöl kann auch bei Kopfschmerzen, Herpes oder Zahnfleischentzündungen helfen.

❹ Lavendelöl

Blühende Lavendelfelder sind nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch der Duft wird Ihnen noch lange nach Ihrem Urlaub in der Toskana in der Nase liegen. Das würzige Aroma bringt die Erinnerung an das Mittelmeer zurück und vertreibt trübe Gedanken. Lavendel besitzt eine starke beruhigende Wirkung auf das Zentrale Nervensystem. Mit Lavendelöl lässt es sich besser einschlafen. Trübe Gedanken können durch dieses Duftöl verbannt werden. Lavendelöl lässt uns ausgeglichener erscheinen und steigert die Konzentrationsfähigkeit.

❺ Sandelholzöl

Sandelholzöl ist besonders wertvoll. Die Bäume werden kaum gezielt kultiviert und das gewonnene Öl stammt somit fast ausnahmslos aus Wildbeständen. Sie werden etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, um sich mit diesem Duftöl etwas Gutes zu tun. Der holzige Duft wirkt entspannend und ausgleichend. Bei Stress und Gereiztheit hilft Sandelholz, ruhiger zu werden. Zudem besitzt das Öl auch eine belebende Wirkung, kann negative Gedanken vertreiben und unseren Geist wacher und aufnahmefähiger machen. Gegen Angstgefühle und bei Schlafstörungen kann Sandelholzöl ebenfalls seine Wirkung zeigen.

❻ Jasminöl

Auch Jasminöl zählt zu den teuersten Duftölen. Mit seinem zarten Duft kann der Jasmin beruhigend und ausgleichend wirken. Nutzen Sie dieses Duftöl, wenn Sie häufig von negativen Gedanken gequält werden und nur schwer Ihre Gefühle ausdrücken können. Jasminöl stimuliert die Produktion von Glückshormonen und Botenstoffen, die uns wacher und kreativer machen. Durch die Anwendung des Duftöles lassen sich auch Lust und Leidenschaft anregen. Die stark aphrodisierende Wirkung ist seit langer Zeit bekannt.

❼ Ylang Ylang Öl

Das Öl des asiatischen Ylang Ylang Baumes wird seit langer Zeit zu Heilzwecken genutzt. Das Öl wirkt direkt auf die Hormonausschüttung des Körpers. Durch die Regulierung des Serotoninspiegels kann Ylang Ylang uns mehr Ruhe und Ausgeglichenheit schenken. Das Duftöl kann uns weiterhin wacher und leistungsfähiger machen. Durch die Aktivierung des Glückshormons Endorphin lassen sich mit diesem Duftöl sehr gut Depressionen vorbeugen.

Wie lassen sich Duftöle gezielt anwenden?

Am einfachsten lassen sich Aromaöle in einer Duftlampe anwenden. Das Prinzip ist ganz simpel und entsprechende Lampen sind für wenige Euro erhältlich. Sie füllen die Schale der Duftlampe mit Wasser und geben einige wenige Tropfen des ausgewählten Duftöles hinzu. Anschließend zünden Sie ein Teelicht an und stellen es in die entsprechende Öffnung oder Ausbuchtung der Duftlampe. Schon können Sie die Duftöle auf sich wirken lassen.

Wer etwas mehr für die Raumbeduftung investieren möchte, legt sich einen Diffuser zu. Auch bei diesen Geräten füllen Sie Wasser ein und geben das Duftöl hinzu. Diese Raumbefeuchter funktionieren elektrisch. Sie benötigen also nur eine Steckdose, um den Diffuser in Betrieb nehmen zu können. Die Geräte besitzen den Vorteil, dass sie eine ansprechende Optik besitzen und sich die Betriebszeit bei vielen Modellen einstellen lässt. Häufig verfügen die elektrischen Raumbedufter auch über verschieden farbiges Licht, welches zugeschaltet werden kann und zusätzlich für Entspannung sorgt.

In den Genuss von Duftölen können Sie auch in der Badewanne kommen. Geben Sie ein beruhigendes oder belebendes Öl in das Badewasser und genießen Sie ein Vollbad. Dabei sollten Sie jedoch bedenken, dass Sie das Öl nicht einfach ins Wasser träufeln, denn um in der Badewanne wirken zu können, benötigen ätherische Öle Fett. Vermischen Sie einige Tropfen ihres Aromaöls daher mit Honig oder einem milden Duschgel.

Es handelt sich um hoch konzentrierte Essenzen, daher ist bei der Anwendung in jedem Falle weniger mehr.

Art der Anwendung Dosierung
Duftlampe Je nach Größe des Raumes fünf bis sieben Tropfen.
Badezusatz Für ein Vollbad sechs bis acht Tropfen Duftöl mit 20 ml Honig oder Duschgel vermischen.
Inhalation Drei Tropfen auf zwei Liter heißes Wasser geben und zehn Minuten unter einem Handtuch einatmen.

Damit die genannten Wirkungen auf die Psyche auch voll zum Tragen kommen, achten Sie auf Qualität und verwenden Sie hochwertiges Duftöl. Haben Sie die Fläschchen einmal geöffnet, sollten diese möglichst zügig verbraucht werden. Am längsten lassen sich Kräuteröle lagern. Diese können Sie auch zwei Jahre nach der Öffnung noch verwenden. Fruchtöle halten etwa ein Jahr.

➔ Tipp: Teebaumöl sollte möglichst innerhalb von sechs Monaten verbraucht werden. Ansonsten lässt die Wirkung nach.

Nehmen Sie Ihre Duftlampe nicht dauerhaft in Betrieb. Wenn Sie zunächst den Duft etwa eine halbe Stunde lang einatmen, ist dies vollkommen ausreichend. Unsere Nase kann Duftreize nicht permanent verarbeiten. In großen Räumen macht es Sinn, den Diffuser hin und wieder an einen anderen Platz zu stellen, denn die Geräte besitzen nur einen Radius von maximal drei Metern.

Können Duftöle auch schaden?

Wer Duftöle sachgemäß anwendet, muss nicht mit Nebenwirkungen rechnen. Allerdings können allergische Reaktionen vorkommen. In der Schwangerschaft sollte man eher Abstand von Duftlampen nehmen. Einige ätherische Öle sind in Verruf geraten, für Fehlgeburten mitverantwortlich zu sein. Kräuteröle wie Rosmarin oder Salbei enthalten Ketone. Diese können zu Leberschäden führen, wenn man sie nicht vorschriftsmäßig anwendet. Entscheiden Sie sich für hochwertige Öle und lassen Sie sich entsprechend beraten, können Sie Duftöle uneingeschränkt für Ihr Wohlbefinden und Ihre seelische Gesundheit nutzen.

Duftöle für die psychische Gesundheit

Gemütszustand geeignete Duftöle
ängstlich Sandelholz
Rose
Lavendel
Zedernholz
Bergamotte
depressiv Römische Kamille
Zitrone
Rose
Ylang Ylang
Lavendel
müde und erschöpft Basilikum
Bergamotte
Schwarzer Pfeffer
traurig Weihrauch
Rose
Sandelholz
Neroli
Zypresse
gestresst Lavendel
Rose
Geranie
Jasmin
Mandarine
gereizt Römische Kamille
Sandelholz
Lavendel
Mandarine
unsicher Bergamotte
Jasmin
Vetiver
Sandelholz
Weihrauch

Woran erkennt man hochwertige Duftöle?

  • Das Öl befindet sich in farbigen Fläschchen (braun oder blau).
  • Auf die Hinweise Bio, 100% naturreines ätherisches Öl o.ä. achten.
  • Es befinden sich weitere Hinweise zu Herkunft und Beschaffenheit des Öles auf dem Etikett.
  • Der Preis ist recht hoch (Zitrusöle ab fünf Euro, Gewürzöle ab zehn Euro, Blütenöle bis 50 Euro).

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