Warum Frühstück am Morgen wichtig ist

Für die einen wichtig, für die anderen unnötig. Die Rede ist vom Frühstück und ob es wirklich notwendig ist, vor Arbeit und Schule etwas zu essen.

Wieder hat der Wecker zu spät geklingelt, macht nichts, schnell unter die Dusche und dann aus dem Haus. Dabei haben Sie etwa Wichtiges vergessen – nein, nicht die Zeitung und auch nicht den Autoschlüssel, sondern ein gesundes und ausgewogenes Frühstück. Es gibt zahlreiche Gründe, die dafür sprechen, das Haus am Morgen nicht mit leerem Magen zu verlassen und sich Zeit für ein reichhaltiges Frühstück zu nehmen. Warum dieser Start in den Tag so wichtig ist und ob sich Frühstücksmuffel nun wirklich Sorgen machen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Keine Zeit für Frühstück?

Ein altes Sprichwort lautet: „Frühstücke wie ein Kaiser und esse abends wie ein Bettler.“ Die Wichtigkeit des Frühstücks ist für uns Deutsche kein Fremdwort. Statistisch gesehen sind sich sogar mehr als 70 Prozent der Bundesbürger dieser Tatsache bewusst. In der Hektik des Alltags setzt sich allerdings ein anderer Trend durch. Knapp 40 Prozent frühstücken nicht gemütlich zu Hause, ein Großteil davon isst morgens gar nichts. Der Trend ist offenkundig, das Frühstück hat im knappen Zeitplan unter der Woche keinen Platz und wird auf das Wochenende vertagt. Etwa 13 Prozent aller Deutschen frühstücken gar nicht. Immerhin 11 Prozent genehmigen sich wenigstens ein Getränk. Die Hälfte aller 16- bis 29-jährigen verlässt das Haus morgens mit leerem Magen. Die Gründe hierfür liegen weniger bei einem Abnehmwunsch, sondern sind in Zeitmangel und Hektik zu suchen.

Warum unser Körper frühstücken will

In der Nacht schlafen wir, unser Körper nicht, er ist weiterhin aktiv und verbraucht dabei etwa die Hälfte der Grundumsatzkalorien. Am Morgen benötigt unser Körper daher eine schnelle Energiezufuhr und zwar in Form von Kohlenhydraten. Wer nicht frühstückt oder seinen Magen mit Fast Food zufriedenstellt, sorgt dafür, dass der Grundumsatz sinkt. Dies tut weder den inneren Organen, noch den Muskeln noch dem Gehirn gut, denn diese verlangen nach Energie, um reibungslos zu funktionieren.

➔ Tipp: Es wird empfohlen, bereits am Morgen etwa die Hälfte der täglich benötigten Kohlenhydrate aufzunehmen.

Nicht jeder kann sich auf Anhieb mit einem ausgewogenen Frühstück unmittelbar nach dem Aufstehen anfreunden. Geht es Ihnen genau so, dann beginnen Sie den Tag einfach wie gewohnt und frühstücken Sie einige Stunden später ausgiebig.

Kritiker kommen zu Wort

Das Thema Frühstück – ja oder nein, wurde bereits häufig diskutiert. Dabei gibt es nicht nur Befürworter und positive Stimmen. Kritiker sind der Ansicht, dass niemand zwingend frühstücken muss. Sie sehen darin eine oft überflüssige Kalorienaufnahme, da zu Mittag und zu Abend unverändert gegessen wird. So ist Professor Terence Kealey der Meinung, dass ein ausgiebiges Frühstück als Ursache für Übergewicht angesehen werden kann und den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Wer regelmäßig ausgiebig frühstückt, besitzt laut des britischen Biochemikers ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Der Wissenschaftler hat darüber sogar ein mehr als 350-seitiges Werk verfasst. Der Titel lautet: „Breakfast is a Dangerous Meal“.

In der Tat ist seit Jahrzehnten ein wahrer Streit um das leidige Thema Frühstück entbrannt. Es existieren unzählige Studien, welche jedoch keine Klarheit bringen. Einig sind sich die Befürworter und Kritiker allein in der Tatsache, dass frühstücken für Kinder und Jugendliche wichtig ist. In einer Studie in Schweden wurde deutlich, dass Personen ohne regelmäßiges Frühstück in ihrer Kindheit und Jugend im späteren Leben vermehrt an Übergewicht und erhöhten Blutzuckerwerten litten.

Fett frühstücken – aber richtig

Was gehört nun auf den Frühstückstisch? Nicht verzichtet werden sollte auf Fett. Es spricht also nichts gegen Butter auf dem Croissant oder einen leckeren Joghurt, welcher die Fettverbrennung anregt. Wissenschaftler in den USA haben herausgefunden, dass ein fettreiches Frühstück dafür sorgt, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel anzukurbeln. Damit bleibt unser Stoffwechsel ganztags aktiv.

➔ Tipp: Ein gesundes Frühstück sollte etwa 30% des täglichen Fettbedarfs ausmachen.

Gönnen Sie sich Ihr Frühstücksei!

Auch über das Frühstücksei ist schon häufig diskutiert worden. Muskeln und Gehirn benötigen dringend Eiweiß, um perfekt funktionieren zu können. Die im Eiweiß enthaltenen essenziellen Aminosäuren können vom Körper selbst nicht hergestellt werden und müssen zwangsläufig über die tägliche Ernährung zugeführt werden. Daher spricht nichts gegen das tägliche Frühstücksei. Weiterhin liefern Quark, Frischkäse oder Joghurt wichtige Nährstoffe.

Warum man frühstücken sollte

Es gibt einige gute Grüne, warum der Tag mit einem gesunden und ausgewogenen Frühstück starten sollte:

Energiedepots auffüllen

Während wir schlafen, verbraucht unser Körper Energie, um die Stoffwechselvorgänge aufrecht zu erhalten. Besonders im Gehirn herrscht am Morgen Flaute. Wer nicht müde und antriebslos in den Tag starten will, sollte seinem Körper mit der Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen und Vitaminen auf die Sprünge helfen.
der inneren Uhr folgen

Zahlreiche Stoffwechselvorgänge werden von der inneren Uhr beeinflusst. Daher sollten wir unsere Ernährung diesem natürlichen Kreislauf anpassen. Der Morgen ist am besten für den Verzehr von Kohlenhydraten und Fetten geeignet.

➔ Tipp: Am Morgen arbeitet der Zuckerstoffwechsel am effektivsten.

Wer zum Frühstück vermehrt Kohlenhydrate zu sich nimmt und auf eine eher fettarme Kost setzt, besitzt ein niedrigeres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Dem Gehirn auf die Sprünge helfen

Ohne Frühstück bleiben Gähnen und Magenknurren in der Schule, im Studium oder am Schreibtisch nicht aus. Wer frühstückt, versorgt das Gehirn mit der nötigen Energie und verhindert Konzentrationsschwächen und Lernblockaden. Frühstücksmuffel sind eher schlecht gelaunt, was sich auf den niedrigen Blutzuckerspiegel zurückführen lässt.

Wie sieht das perfekte Frühstück aus?

Es geht nicht nur darum einfach zu frühstücken, sondern richtig zu frühstücken. Der gelungene Start in den Tag ist davon abhängig, was wir essen.

➔ Tipp: Das Frühstück sollte etwa ein Viertel der täglichen Energiemenge liefern. Im Schnitt entspricht dies etwa 400 Kalorien.

Nahrungsmittel Erläuterung
Getränke Ohne Getränk sollte niemand in den Tag starten.
Reinigend wirkt ein Glas warmes Wasser, unmittelbar nach dem Aufstehen.
Der morgendliche Kaffee oder Tee sollte möglichst ohne Zucker getrunken werden.
Milchprodukte Milchprodukte am Morgen liefern Kalzium und Eiweiß.
Daher gehören Joghurt, Quark oder Käse auf den Frühstückstisch.
Getreideprodukte Um den Körper langfristig mit Energie zu versorgen, sollten wir am Morgen reichlich Kohlenhydrate zu uns nehmen.
Vollkornbrot, Haferflocken oder Müsli ohne Zuckerzusatz zählen ebenfalls zu einem gesunden Frühstück.
Obst Vitamine und Ballaststoffe liefern Obst oder Gemüse.
Sie können sich einen Obstsalat zubereiten oder sich mit einer Banane ausreichend mit Kalzium versorgen.
Äpfel zum Frühstück liefern viele Pektine.

Frühstück als Ritual

Jedes Land und jede Kultur verfolgt ihre eigenen Frühstücksrituale. In Deutschland geht der Trend, wie bereits erwähnt, eher dahin, morgens lieber länger im Bett zu bleiben, schnell einen Kaffee zu trinken und nur am Wochenende den Frühstückstisch reichhaltig zu decken. In anderen Ländern herrschen bekanntlich auch andere Sitten, wohl auch am Morgen. Während man es in Frankreich meist bei einem Kaffee und einem Croissant belässt, tafelt man in der Türkei richtig auf und lässt sich Gemüse, Eier und Käse schmecken. In Kanada startet man mit Waffeln und Ahornsirup in den Tag, die Japaner löffeln Miso-Suppe oder genehmigen sich sogar frischen Fisch.

Auch in Deutschland existiert eine regelrechte Frühstücksindustrie, die sich der wichtigsten Mahlzeit des Tages annimmt und mit allerlei Müslis und Flakes unseren Bedarf an Cerealien zu stillen versucht. Doch Achtung: viele Fertigmüslis bestehen zum Großteil aus Zucker.

Fazit
Frühstück – ja oder nein? Den Tag mit einem gesunden Frühstück zu beginnen, bringt viele Vorteile und versorgt unseren Körper mit der nötigen Energie, welche er für den Start in den Tag benötigt. Wer nicht frühstückt und dennoch fit und leistungsfähig durch den Tag kommt, muss nicht zwangsläufig an den Frühstückstisch verbannt werden. Der Körper ist dann anscheinend gut drauf eingestellt. Wer zum Beispiel spät am Abend noch eine Mahlzeit zu sich nimmt, wird am Morgen vermutlich noch keinen Appetit auf ein üppiges Mahl haben. Kinder und Jugendliche sollte jedoch keinesfalls auf ein Frühstück verzichten, ansonsten wird es für sie schwierig, über den Tag ausreichend mit Energie versorgt zu sein.

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