Gesunder Schlaf – Anforderungen an Matratze, Lattenrost und Kissen

Die richtige Bettausstattung ist für einen gesunden Schlaf enorm wichtig. Bei Matratzen und Co. gibt es aber enorme Unterschiede, die Sie kennen sollten.

Beim Schlafen sollte die Wirbelsäule die gleiche Position wie im Stehen einnehmen können. Ihre Matratze, das Lattenrost und Ihr Kissen sollten die natürliche Doppel-S-Form Ihrer Wirbelsäule deshalb stützen und stabilisieren. Ist dies nicht der Fall, versucht Ihr Körper im Schlaf das ungünstige Liegen so gut wie möglich auszugleichen. Durch die häufigen Positionswechsel wachen Sie häufiger auf und schlafen damit auch wesentlich unruhiger. Hinzu kommt, dass sich durch die falsche Lage möglicherweise Rücken- und Nackenschmerzen ausbilden, weil sich die Bandscheiben nicht mit Flüssigkeit füllen und damit auch nicht regenerieren können.
Deshalb ist sowohl die Wahl der richtigen Matratze und des richtigen Lattenrostes als auch des richtigen Kissens enorm wichtig für einen erholsamen Schlaf.

Matratze

Matratze
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Im Groben unterscheidet man bei Matratzen zwischen …

  • Federkernmatratzen
  • Kaltschaummatratzen
  • Latexmatratzen
  • Visko-Matratzen
  Eigenschaften Vorteile Nachteile
Federkernmatratze
  • Matratzenkern aus stabilen Stahlfedern, die mit einer Polsterung umgeben sind
  • verschiedene Liegezonen durch unterschiedliche Drahtstärken und Spannungen der Federn
  • 3 Arten : Bonell-Federkern, Taschenfederkern, Tonnenfederkern
  • recht preisgünstig
  • gute Luftzirkulation, dadurch geringes Risiko der Schimmelbildung
  • hohe Stützkraft
  • optimales Schlafklima
  • bei hohem Körpergewicht eine gute Stützung des Körpers möglich
  • Geräuschbildung möglich
  • recht schwer
  • mit verstellbaren Lattenrosten nicht kompatibel
  • Gefahr von Milbenbefall
Kaltschaummatratze
  • Matratzenkern aus einer Polyurethan-Aufschäumung, die bei niedriger Temperatur aushärtet
  • verschiedene Liegezonen durch Einschnitte
  • gute Stützkraft
  • recht leicht
  • sehr flexibel
  • keine Geräuschbildung
  • hervorragende Punktelastizität
  • Wärmeisolation, daher gut für Personen geeignet, die leicht frieren
  • Unangenehmer Geruch nach dem Auspacken wegen chemischer Prozesse
  • keine Luftzirkulation und deshalb für stark schwitzende Personen nicht geeignet

Latexmatratze
  • Matratzenkern aus Kautschuk (natürlich oder synthetisch)
  • verschiedene Liegezonen durch unterschiedlich große Längs- und Querkanäle
  • Sehr hygienisch
  • passt sich gut dem Körper an
  • keine Geräuschbildung
  • für Allergiker geeignet, da geringe Anfälligkeit für Milbenbefall
Viskomatratze
  • Matratzenkern aus Kaltschaum oder Taschenfedern
  • keine verschiedenen Liegezonen, da sich der Viskoschaum an den Körper anpasst

  • passt sich sehr gut dem Körper an
  • keine Geräuschbildung
  • ausgezeichnete Punktelastizität
  • gute Entlastung für schwere Körperpartien
  • je nach Schlaftyp verschiedene Ausführungen (beidseitige und dünnere Viskoschicht für aktive Schläfer, einseitige und dicke Viskoschicht für ruhige Schläfer)
  • nur einseitig nutzbar, wenn nur eine Viskoschicht
  • keine Luftzirkulation und deshalb für stark schwitzende Personen nicht geeignet

Punktelastizität bedeutet, dass die Matratze nur an der Stelle nachgibt, wo der Körper direkt Druck ausübt. Die umliegenden Bereiche geben nicht nach.

Kriterien beim Matratzenkauf

Schlafgewohnheit: Wenn Sie hauptsächlich auf der Seite schlafen, ist für Sie eine Viskomatratze die richtige Wahl. Schlafen Sie jedoch lieber auf dem Bauch oder auf dem Rücken, ist eine Federkernmatratze für Sie die richtige Wahl.

Temperaturempfinden: Wenn Sie zu Nachtschweiß neigen, sollten Sie sich für eine Federkennmatratze entscheiden. Bei dieser kann die Luft nämlich gut zirkulieren. Neigen Sie jedoch zum Frieren, ist für Sie eine Kaltschaum- oder Viskomatratze die richtige Wahl. Beide Varianten speichern die Wärme.

Kinder: Matratzen für Kinder sollten gesundheitlich unbedenklich sein und das Wachstum der Wirbelsäule fördern. Dazu eignen sich Federkern-, Kaltschaum- und Naturlatexmatratzen sehr gut.

Allergien: Wenn Sie unter Allergien leiden, sind sie mit einer Latexmatratze gut beraten.

Körpergewicht: Wenn Sie ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringen, sollten Sie sich für eine Federkernmatratze entscheiden. Diese kann den Körper optimal stützen.

Rückenschmerzen: Wen Sie unter Rückenschmerzen leiden, sollten Sie in jedem Fall einen Orthopäden aufsuchen und sich vor dem Kauf einer Matratze beraten lassen. In der Regel sind Sie aber mit einer Viskomatratze sehr gut beraten.

Tipp: Im Internet finden Sie auch Matratzentests, die Ihnen vielleicht bei Ihrer Kaufentscheidung behilflich sein können.

Lattenrost

Lattenrost
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Ihren Lattenrost sollten Sie auf die Matratze abstimmen. Haben Sie eine eher weiche Matratze zuhause, sollten Sie auf eine eher harte Unterfederung achten. Bei einer harten Matratze hingegen sollte die Unterfederung eher weich sein. Achten Sie auch darauf, dass der Abstand der Latten im Lattenrost nicht mehr als 4-5 cm beträgt, weil sonst die Matratze durch hängt.
Lattenroste kann man in folgende Arten unterteilen:

  • Federholzlattenroste
  • Tellerlattenroste
  • Rollroste
  Eigenschaften Vorteile Nachteile
Federholzlattenrost
  • bis zu 48 gewölbte mehrschichtige Federholzleisten (je mehr, desto komfortabler) in flexiblen Taschen am Rahmen befestigt
  • starre, anpassbare und verstellbare Ausführungen erhältlich
  • in allen Größen verfügbar
  • mit jeder Matratze kombinierbar
  • passendes Modell finden, das Auswahl sehr groß
  • meist nur in der Mitte gefedert, dadurch am Rand eher schlechterer Schlafkomfort
Tellerlattenrost
  • Weiterentwicklung des herkömmlichen Lattenrostes
  • einzelne tellerförmige Kunststoffmodule auf Drehpunktlagern

  • Teller liegen punktuell auf und lassen sich in alle Richtungen kippen – dadurch gute Anpassung an den Körper
  • sehr weicher und nachgiebiger Lattenrost
  • als starre Variante erhältlich
  • elastische Tellerlattenroste gibt es mit Federleisten als Untergrund
Rollrost
  • Starres Lattenrost ohne Rahmen
  • Verbindung der Holzlatten über flexible Bänder
  • Einrollen problemlos möglich
  • einfach zu verstauen
  • Sondermodell des Tellerrollrostes verfügbar
  • günstige Variante
  • harte Oberfläche
  • keine Verstellung Kopf- und Fußteil möglich

Die Auswahl an Lattenrosten ist enorm. Da den richtigen Lattenrost für sich zu finden, ist nicht gerade einfach. Aber auch hier hilft das Internet, denn Sie finden dort diverse Plattformen die sich einzig und allein mit den Vorzügen und Nachteilen der jeweiligen Modelle auseinandergesetzt haben. Hilfreich fanden wir den Lattenrost-Test von lattenrost.org.

Tipp: Ein Futonbett stellt keine Alternative zu einem vernünftigen Lattenrost dar, da es selbst bei schwereren Personen schlecht nachgibt und dies zu Verspannungen führen kann.

Die Lebensdauer eines Lattenrostes liegt bei etwa 10 – 15 Jahren. Danach lässt die Federung nach.

Kissen

Kissen
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Bei der Wahl des richtigen Kopfkissens ist darauf zu achten, dass sich die Halswirbelsäule nicht zu stark krümmt während die Schultern locker auf der Matratze liegen. Besonders ergonomisch sind Kissen im Format 40×80 cm an. Denn hier wird nur der Kopf und der Nacken gestützt. Bei Kissen im Format 80×80 cm hingegen kann es vorkommen, dass dieses bis unter die Schultern reicht. Das kann zu Krümmungen der Wirbelsäule führen.

  Eigenschaften Vorteile Nachteile
Daunenkissen und Federkissen
  • Daunen- oder Federfüllung

  • weich
  • leicht
  • atmungsaktiv
  • kuschelig warm
  • stark wärmend
  • sehr flach
  • tägliches Aufschütteln nötig
  • ungeeignet für Allergiker
  • ggf. piksende Federkiele
Latexkissen oder Kautschukkissen
  • synthetisches Latex oder natürlicher Kautschuk in Flockenform
  • Nackenstützkissen aus Latex im Block

  • sehr stabil
  • rutschfest
  • elastisch und anpassungsfähig
  • für Allergiker geeignet
Naturhaar-Kissen
  • Merino- oder Schafschurwolle, Rosshaar oder Kamelhaar

  • guter Feuchtigkeitstransport
  • sehr guter Temperaturausgleich

  • anfällig für Milben und Co., daher ungeeignet für Allergiker

Kissen aus Polyester oder Kunstfaser
  • Polyesterfasern oder Watte
  • Polyesterbällchen und Schaumstoffflocken
  • sehr günstig
  • gut für Allergiker geeignet
  • keine Nahrungsgrundlage für Milben
  • teilweise mit Möglichkeit zum individuellen Befüllen
Kissen aus Viskoschaum oder Gel
  • aus Schaumstoff oder mit Gelfüllung

  • bestmögliche Stützfunktion
  • stellen entspanntes Schlafen sicher
  • wirken durchblutungsfördernd
  • ergonomisches Kissen
  • meist nur Handwäsche möglich
  • werden als sehr kühl empfunden

Worauf sollten Sie beim Kissenkauf achten?

Seitenschläfer: Um ein Abknicken oder Überstrecken der Halswirbelsäule zu vermeiden, bietet sich ein Nackenstützkissen an, das sich optimal in die Halsbeuge schmiegt. Auch gute geeignet sind sogenannte Seitenschläferkissen.

Rückenschläfer: Hier bietet sich ein flaches Nackenstützkissen an, das sich gut zwischen Hinterkopf und Schultern schmiegt.

Bauchschläfer: In der Bauchlage wird die Halswirbelsäule durch die seitliche Haltung des Kopfes stark belastet. Deshalb sollte hier darauf geachtet werden, dass das Kissen nicht zu dick ist, da sich die Halswirbelsäule sonst noch zusätzlich biegen würde. Hier bieten sich Kissen an, bei denen man die Füllmenge selbst bestimmen kann. Noch besser wäre es allerdings, wenn Sie in der Bauchlage komplett auf ein Kissen verzichten.

Breitschultrige Menschen: Bei breiten Schultern ist es ratsam, auf ein dickeres Kissen zurückzugreifen. Wenn der Kopf nämlich höher gelagert ist, sinkt die Schulter nicht ganz so tief in die Matratze ein und die natürliche Form der Wirbelsäule wird unterstützt.
Als Faustregel gilt: Breitschultrige Männer brauchen ein höheres Kissen als zierliche Frauen, das Gleiche gilt auch für schwerere Menschen – auch sie kommen mit einem hohen Kissen besser zurecht. Das kommt daher, dass breite Schultern und ein höheres Gewicht leicht „zu tief“ in die Matratze einsinken können. Um dies zu verhindern, sollte der Kopf etwas höher gelagert werden, und schon sinkt die Schulter nicht mehr so tief ein. Besonders eignen sich hierzu Nackenstützkissen.

Alround-Lösungen: Es gibt auch Kopfkissen, die für alle Schlaftypen geeignet sind. Bei diesen können Sie die Höhe individuell bestimmen, indem Sie beispielsweise bei mehrlagigen Füllungen eine oder mehrere Lagen aus dem Kopfkissen entfernen.

Tipp: Es ist wirklich nicht einfach, ein Kissen zu finden, dass sich auch wirklich der Halswirbelsäule perfekt anpasst. Es ist daher ratsam, sich in einem Fachgeschäft professionell beraten zu lassen und auch mal einige Modelle auszuprobieren, bevor man eine Kaufentscheidung trifft.

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