Schielen bei Erwachsenen – Ursachen, Formen & Behandlung

Schielen tritt nicht nur bei Kindern auf, sondern kann auch Erwachsene betreffen. Je früher eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Wenn vom Schielen die Rede ist, haben viele Menschen sofort das Bild von einem Kind mit Augenpflaster im Kopf. Allerdings betrifft das Problem des Schielens nicht nur Kinder, es kann bei Erwachsenen ebenfalls vorkommen. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es in Kinderjahren nicht erkannt und behandelt wurde. Es kann genauso gut plötzlich auftreten – egal wie alt man ist.

Für das Wort „Schielen“ gibt es mittlerweile einige Synonyme. So wird beispielsweise gern vom „Silberblick“ geredet oder aber auch vom „um die Ecke sehen“. Für die Betroffenen ist dies deshalb oft nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern auch ein seelisches. Sie fühlen sich ausgegrenzt. Was allerdings noch hinzu kommt: Durch das Schielen können auch Krankheiten entstehen. Während es bei Kindern häufig zu einer Schwachsichtigkeit kommt, können Erwachsene an Doppelbildern (näheres dazu unter my-spexx.de) leiden, die häufig in Verbindung mit starken Kopfschmerzen auftreten.

Was passiert beim Schielen

Der medizinische Begriff für Schielen ist „Strabismus“. Es handelt sich hierbei um eine Augenfehlstellung, d.h. die Augen gucken beim Fixieren eines Objektes nicht in die gleiche Richtung. Das entsteht dadurch, indem die äußeren Augenmuskeln, die die Blickrichtung der Augen steuern, nicht mehr vollständig funktionieren.

Formen des Schielens

Schielen ist nicht gleich Schielen. Hier gibt es verschiedene Formen. Zuerst einmal wird unterschieden in das

  • manifeste Schielen (dauerhaft)
  • latente Schielen (verborgen)

❖ Manifestes Schielen

Schielen bei Erwachsenen - Formen
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Beim manifesten Schielen wird wiederum unterschieden in:

» Einwärtsschielen
Beim Einwärtsschielen sind die Augen nach innen gerichtet. Diese Form tritt am häufigsten auf, vor allem bei Kindern.

» Auswärtsschielen
Beim Auswärtsschielen ist es genau andersherum. Da wandern die Augen nach außen.

» Höhenschielen
Die Form des Höhenschielens tritt nur sehr selten auf und wenn dann meist auch nur in Verbindung mit einer anderen Form.

» Verrollungsschielen
Das Verrollungsschielen kann man auch noch einmal unterteilen – nämlich in Inzyklo- und Exzyklotropie – nach innen und nach außen rollen.

❖ Latentes Schielen

Das latente Schielen tritt nur vorübergehend auf, so z.B. wenn Sie sehr müde oder gestresst sind. Auch beim Genuss von Alkohol kann es zu dieser Art von Schielen kommen. Meist bleibt es verborgen, da die Augen unter normalen Sehbedingungen dieses leichte Schielen ausgleichen können und keinerlei Beschwerden auftreten. Sollten es dennoch zu

  • Kopfschmerzen
  • Augenschmerzen
  • vermehrten Blinzeln
  • Sehstörung
  • erhöhter Lichtempfindlichkeit

kommen, dann ist eine Untersuchung durch einen erfahrenen Augenarzt (deutschlandweite Augenarztsuche unter aumedo.de) unerlässlich.

Ursachen des Schielens

Beim Schielen handelt es sich in den meisten Fällen um eine erbliche Vorbelastung. Rund 60 Prozent der Betroffenen haben in der Familie einen Verwandten, der ebenfalls schielt bzw. einmal geschielt hat. Auch bei einer allgemein körperlich geschwächten Verfassung, wie durch einen Unfall, schwere seelische Krisen, sehr hohes Fieber, usw. kann es zum Schielen kommen. Außerdem zählen zu den typischen Ursachen auch organische Veränderungen an den Augen und nicht korrigierte Sehfehler.

Behandlungsmaßnahmen

Sobald ein Schielen festgestellt wurde, sollten Sie einen Arzt oder Optiker konsultieren. Anhand einiger Tests und Untersuchungen lässt sich die Ursache des Schielens schnell ermitteln und eine Therapie einleiten.

Bei Erwachsenen lassen sich mit einer gut angepassten Brille optimale Ergebnisse erzielen. Tritt allerdings nach rund einem Jahr keine Besserung ein, empfehlen viele Ärzte eine Augenmuskeloperation (näheres dazu unter aerzteblatt.de). Gerade dann, wenn beim beidäugigen Sehen Doppelbilder auftreten, ist diese sehr von Vorteil. Bei diesem stationären Eingriff wird das Augenmuskelgleichgewicht wieder hergestellt.

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