Gallenblasenentzündung – Behandlung mit Hausmitteln oder OP?

Fakt ist, eine Gallenblasenentzündung muss behandelt werden. Ob Hausmittel reichen, oder eine OP notwendig wird, ist vom Grad der Erkrankung abhängig.

Die Galle ist kein eigenständiges Organ, sondern eine gelb-bräunliche bis grüne Flüssigkeit, die in der Leber produziert wird. Korrekt muss hier also vom Gallensaft gesprochen werden, der in der Gallenblase zwischengespeichert und eingedickt wird. Die Gallenblase wiederum sieht aus wie ein kleines Säckchen und befindet sich an der Unterseite der Leber. Mediziner sprechen bei einer Gallenblasenentzündung von Cholezystitis, ausgelöst durch Gallensteine.

Gallenblasenentzündung: Auslöser & Symptome

Entzündet sich die Gallenblase, ist es meist sehr schmerzhaft. Auslöser für eine Gallenblasenentzündung sind oftmals Gallensteine, die sich bilden, wenn die Zusammensetzung der Galle aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Entzündung der Gallenblase ohne Steine kann vorkommen, ist aber äußerst selten.

Die Schmerzen, die im rechten Oberbauch entstehen, sind nicht immer dauerhaft. Oftmals treten Sie plötzlich, aber heftig auf und schwellen dann nach einiger Zeit wieder ab. Anders allerdings bei einer Gallenkolik, die durch einen eingeklemmten Gallenstein ausgelöst wird und bei der die Schmerzen über Stunden anhalten können. Zu den Schmerzen kommen oft weitere Symptome hinzu:

  • allgemeines Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit
  • Herzrasen

Gallenblasenentzündung: Hausmittel

Eine Gallenblasenentzündung ist kein Schnupfen und muss daher ärztlich behandelt werden! Von Selbstheilungsexperimenten ist daher dringend abzusehen, Sie können aber die Heilung mit speziellen Hausmitteln unterstützen, oder einer Entzündung vorbeugen.

❏ Apfelessig bei Gallenblasenentzündung

Apfelessig und auch Apfelsaft unterstützen den Körper dabei, die Gallensteine aufzulösen, die ja letztendlich für die Entzündung verantwortlich sind. Wenn Sie Apfelessig vertragen mischen Sie sich einen Trunk aus:

  • 2 Teelöffeln Apfelessig
  • 1 Teelöffel frischem Zitronensaft
  • und etwas Wasser (lauwarm).

Diese Mischung täglich auf nüchternen Magen trinken.

❏ Kurkuma bei Gallenblasenentzündung

Kurkuma ist nicht nur als Küchengewürz beliebt, sondern seit längerem auch wegen seiner heilenden Wirkung. Offizielle Studienergebnisse liegen wohl noch nicht vor, schaut man aber in diverse Onlineforen, wird Kurkuma als Heilmittel hoch angepriesen. So soll die aus Indien stammende Pflanze rheumatische Erkrankungen lindern und bei Verdauungsproblemen helfen.

Auch bei einer Gallenblasenentzündung kann Kurkuma Linderung schaffen. Integrieren Sie das Curryfarbene Pulver in Ihren Speiseplan, oder mixen Sie sich einen Drink aus 3 Gramm Kurkuma-Pulver, schwarzem Pfeffer, Öl und etwas warmer Milch. Wer sich mit dieser Geschmackskombination nicht anfreunden kann, nimmt alternativ fertige Kurkumaprodukte. Stefan Mangstl, Geschäftsführer von suppenhandel.de betont allerdings, dass man beim Kauf dieser Gewürzmischungen unbedingt auf Qualität achten sollte, das heißt, keine Zusatzstoffe und keine Geschmacksverstärker!

❏ Flohsamen & Mariendistel bei Gallenblasenentzündung

Ebenfalls entzündungshemmend und zur Heilung beitragen, können diese beiden Pflanzen, von denen jeweils der Samen genutzt wird.

Flohsamen bindet das Cholesterin in der Galle und fördert deren Ausscheidung, wodurch wiederum die Bildung von Gallensteinen gehemmt wird. Flohsamenschalen gibt es gemahlen oder ganz – in BIO-Qualität zum Beispiel bei kraeuterhaus-klocke.de. Die Flohsamenschalen lässt man in einem Wasserglas quellen und kann die Mixtur dann trinken. Wichtig ist, dass immer reichlich Flüssigkeit verwendet wird.

Mariendistel regt die Gallenproduktion an und fördert den Abgang der Gallensteine. Ein Tee wird folgendermaßen zubereitet:

  • 1 EL Mariendistelsamen zerstoßen
  • etwa 500 ml Wasser dazugeben und aufkochen
  • danach 20 Minuten ziehen lassen
  • abseihen und bei Bedarf süßen

Gallenblasenentzündung – Blutwerte geben Auskunft

Hausmittel allein sind keine Wunderwaffe, das muss Ihnen bewusst sein. Bei einer Gallenblasenentzündung ist die Behandlung durch einen Arzt notwendig. Der Mediziner diagnostiert die Krankheit durch eine umfangreiche Anamnese, medizinische Tests und bildgebende Verfahren.

❏ Blutuntersuchung

Anhand der Blutwerte kann der Arzt eine Entzündung der Gallenblase feststellen. So ist zum Beispiel ein erhöhter CRP-Wert – Erklärung auf autoimmunportal.de – ein Indiz, sowie auch erhöhte Leberwerte und eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen.

❏ Ultraschalluntersuchung

Bei der Sonografie, umgangssprachlich Ultraschalluntersuchung, erkennt der Arzt Verdickungen an der Gallenblasenwand, ausgelöst durch Flüssigkeitsansammlungen – ein deutliches Indiz für eine Gallenblasenentzündung.

❏ Computertomografie

Eine Computertomografie gibt im Zweifelsfall Aufschluss, ob es sich wirklich um eine Gallenblasenentzündung handelt, da hier – im Vergleich zum Ultraschall – bessere, schärfere Bilder gemacht werden können.

Behandlung bei Gallenblasenentzündung

Wie die Entzündung behandelt wird, ist immer abhängig vom jeweiligen Stadium. Wurde die Gallenblasenentzündung nicht durch Gallensteine hervorgerufen, kann eine Therapie mit schmerzlindernden und entkrampfenden Medikamenten genügen.

Verstopfen große Gallensteine allerdings die Gänge, wird eine OP unumgänglich. In diesem Fall wird die Gallenblase komplett entfernt. Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ, der Verlust daher nicht dramatisch. Allerdings müssen Betroffene nach der Operation ihren Lebensstil entsprechend anpassen, dazu zählt vor allem eine gesunde Ernährung. Ob bestimmte Lebensmittel noch vertragen werden oder nicht, ist vom Einzelfall abhängig.

Beitragsbild: © Med Photo Studio – Fotolia.com

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