Mit leerem Magen schlafen – Vorteile und Nachteile

Ein falsche abendliches Essritual kann Schlafprobleme verursachen. Ich erkläre Ihnen die Vorteile, wenn Sie mit (fast) leerem Magen ins Bett gehen.

Wer nachts unruhig schläft, Beschwerden hat oder auch auf besonders einfachem Wege abnehmen möchte, bekommt oft gesagt, dass dies durch das Schlafen mit leerem Magen funktioniert. Doch für viele Menschen klingt diese Methode viel zu einfach, als dass sie wirklich funktionieren könnte. Handelt es sich bei dem Tipp also um einen reinen Mythos oder um ein den Erfahrungen vieler Menschen nach hilfreiches Abendritual, das es sich durchzusetzen lohnt? Und welche Vorteile könnte der Tipp überhaupt einbringen? Wir verraten nachfolgend, wie gut man mit leerem Magen wirklich schläft.

Mythos im Überblick

Schon lange hat sich die Meinung durchgesetzt, dass das Essen am späten Abend dick macht und alles andere als gut für unsere Gesundheit ist. Ganz richtig ist diese These nicht, denn es kommt darauf an, was und in welchen Mengen gegessen wird. Dennoch kann man einen für sich positiven Weg finden, den Mythos umzusetzen. Denn mit leerem Magen zu schlafen, oder zumindest ohne voll gefüllten Magen ins Bett zu gehen, hat tatsächlich einige Vorteile für unsere Gesundheit und vor allem den Schlaf selbst. In jedem Fall sollte die letzte Mahlzeit am Abend mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen erfolgen, wenn man gut schlafen möchte.

Es hat sich herausgestellt, dass eine leichte Mahlzeit am Abend der richtige Mittelweg ist: Ein Müsli oder Joghurt, aber auch ein leichter Salat verhindern das Hungergefühl über Nacht und ermöglichen es trotzdem, viele Vorteile zu genießen. Schwere Fette und leere Kohlenhydrate erschweren die Verdauung bei Nacht und können so den Schlaf stark stören. Für welche Abendmahlzeit Sie sich auch entscheiden oder ob Sie gar ohne Abendessen ins Bett gehen – wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Wieso es vorteilhaft ist, ohne Abendessen oder zumindest mit einem leichten Gericht im Magen ins Bett zu gehen, klären wir nachfolgend auf.

Verdauungsbeschwerden bei Nacht reduzieren

Nahezu jeder hat in der Nacht mindestens schon einmal Beschwerden durch die Verdauung erlebt. Ob Bauchschmerzen, ein starkes Völlegefühl oder Übelkeit durch zu fettiges Essen – es gibt viele Verdauungsprobleme wie beispielsweise Blähungen, die auch durch ein Abendessen vor dem Schlafen hervorgerufen werden. Gehen Sie mit leerem Magen ins Bett oder verzichten Sie zumindest auf schwer im Magen liegende Nahrung, können Sie diese Beschwerden auf einfachste Weise umgehen. Auch, wenn Sie beachten, mindestens eine Stunde vor dem Schlafen nichts mehr zu essen und viel Wasser zu trinken, müssen Sie kaum mit Beschwerden rechnen.

Bauchweh und Blähungen können den Tiefschlaf stören und sorgen dafür, dass der Körper auch bei Nacht noch voll aktiv ist, da er wie am Tage verdauen muss. Der Stoffwechsel kann nicht so einfach auf ein Minimum reduziert werden und eine körperliche Regeneration wird daher erschwert. Die Folge: Man fühlt sich weder ausgeruht, noch konnte man besonders gut und tief schlafen.

Wer einen knurrenden Magen bei Nacht vermeiden möchte (der übrigens ebenfalls den Schlaf stören kann) kann das Hungergefühl mit einer Tasse Brühe beseitigen oder auch zwei beruhigende Tassen Tee trinken. Selbst mit einem großen Glas Wasser ist bei Nacht von Hunger oft kaum noch was zu spüren.

Sodbrennen und Aufstoßen vermeiden

Essen Sie vor der Nachtruhe zu viel oder aber die falschen Lebensmittel, kann es passieren, dass Sie in der Nacht unter Sodbrennen leiden und ständig aufstoßen müssen. Hierfür gibt es zwar beruhigende Tabletten. Diese enthalten aber sehr oft Aluminium und sind für die Gesundheit daher nicht gerade das Beste. Vermeiden Sie sehr schwer im Magen liegende, fettige und sehr saure Lebensmittel am Abend, ist dies oft schon ausreichend, um dem Sodbrennen aus dem Weg zu gehen. Stattdessen etwas kleinere Portionen zu essen, Backwaren zu vermeiden und Frittiertes zu umgehen, ist gar nicht so schwer.

Abnehmen im Schlaf – geht das wirklich?

Viele Menschen schwören auch darauf, dass man abnehmen kann, wenn man mit leerem Magen ins Bett geht. Dies stimmt teilweise, denn gehen Sie mit leerem Magen ins Bett, kann der Körper trotz des verringerten Stoffwechsels die eigenen Fettzellen angreifen, anstatt das im Magen vorhandene Essen verdauen zu müssen. Allerdings besteht hierbei – bei regelmäßiger Anwendung – die Gefahr, dass der Körper sich daran gewöhnt, das Abnehmen also stagniert, und dass der Körper zunächst Muskelmasse angreift. Daher ist es zum Abnehmen besser, eine Stunde vor dem Schlafen einen kleinen Eiweiss-Shake zu sich zu nehmen, der den Muskeln zugute kommt und selbst recht schnell und ohne Beschwerden verdaut werden kann. Wer also an den richtigen Stellen abnehmen möchte, sollte es allgemein mit einer Mischung aus ausgewogener Ernährung, Bewegung und dem hin und wieder vorkommenden Fasten am Abend versuchen.

Alles in Maßen ist am besten, auch am Abend. Ein leichter Joghurt hilft dabei, in Form zu bleiben und sogar etwas Gewicht zu verlieren, wenn man nicht mit randvollem Magen ins Bett geht. Allerdings nimmt man trotz der Methode nicht ab, wenn man beispielsweise am Morgen vor Hunger viel zu viele Kalorien zu sich nimmt.

Vor- und Nachteile der Methode

Mit leerem Magen ins Bett zu gehen ist natürlich nicht nur vorteilhaft, wie Sie anhand der oben genannten Argumente bereits erkennen können. Zunächst einmal ist die Methode vielleicht nicht das Richtige für jeden. Unter Umständen ist sie auch mit etwas Gewöhnungszeit verbunden, wenn man vorher beispielsweise jeden Abend deftig gegessen hat und der Körper es daher fast schon erwartet. Vielleicht passt diese Methode aber auch nicht unbedingt in die eigene Tagesplanung hinein.

Vorteile des Schlafens mit leerem Magen Nachteile der Methode
  • keine Verdauungsprobleme und daher wesentlich ruhigerer, regenerierender Schlaf möglich
  • Sodbrennen und Blähungen werden vermieden
  • auch das Abnehmen durch die Methode bei richtiger Anwendung möglich
  • bewussteres Essen
  • leichte Mahlzeiten am Abend verhindern Hungergefühl und erbringen alle Vorteile
  • nicht mit jedem Lebensstil kombinierbar
  • bei völlig leerem Magen Hungergefühl
  • gewöhnungsbedürftig

Fazit
Ob Sie mit leerem Magen ins Bett gehen möchten, müssen Sie also für sich selbst entscheiden. Ob Sie nun die Vorteile genießen oder nur den Nachteilen aus dem Weg gehen möchten – fest steht, dass es durchaus nützlich sein und den Schlaf verbessern kann, wenn Sie sich in Sachen Abendessen vor dem Schlafen zurückhalten. Denn Fasten ist gut für den Körper und das Entgiften. Im besten Falle gehen Sie nicht mit ganz leerem Magen ins Bett, sondern gewöhnen es sich an, sehr leichte Lebensmittel zu sich zu nehmen, die in der Nacht keine Beschwerden hervorrufen. Dadurch nehmen Sie auf Dauer ab, müssen sich aber auch nicht mit einem Hungergefühl quälen. Die Methode zu hundert Prozent umzusetzen, ist ebenso unnötig, wie sie gar nicht zu beachten: Daher lohnt es sich, einen eigenen Weg zu finden, den Tipp, mit (fast) leerem Magens ins Bett zu gehen, für sich umzusetzen.

Bildnachweis: © Antonioguillem – Fotolia.com

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