Carob Pulver – Wirkung und Verwendung

Carob ist eine Art Kakaoersatz, das aus den den getrockneten Früchten des Johannisbrotbaums gewonnen wird und positive Wirkung auf die Gesundheit hat.

Wie köstlich ein heißer Kakao schmeckt und duftet, weiß wohl jeder von uns. Von Carob dagegen, haben die wenigsten bislang gehört, dabei lässt sich auch daraus ein leckerer Kakao zaubern. Bei Carob handelt es sich um das Pulver aus den Früchten des Johannisbrotbaumes. Das nährstoffreiche Pulver bietet all jenen eine gesunde Alternative, die nicht auf Schokoladiges verzichten möchten oder können. Dabei ist Carob für die ganze Familie geeignet und enthält weder Koffein noch Theobromin. Grund genug, Carob als Kakaoersatz näher vorzustellen und dabei auch auf die Inhaltsstoffe und die Wirkung des Superfoods einzugehen.

Was ist Carob und wie wird es gewonnen?

Als Carob wird das Fruchtfleisch bezeichnet, welches sich aus den Früchten des Johannisbrotbaumes gewinnen lässt. Die Johannisbrotbäume waren bereits den alten Ägyptern bekannt. Die Römer brachten in vorchristlicher Zeit die Gewächse in den mediterranen Raum, wo die immergrünen Bäume bis heute heimisch sind. Darüber hinaus liegt das Hauptverbreitungsgebiet in Vorderasien und Zentral- und Südamerika. Johannisbrotbäume sind anspruchslose Gewächse, welche bis zu 30 Meter an Wuchshöhe erreichen können. Die Hülsenfrüchtler kommen mit kargen Böden zurecht und werden von vielen Tieren als Schattenspender aufgesucht.

Es vergehen etwa sechs Jahre, bis sich die ersten Blüten am Johannisbrotbaum zeigen. Die traubenförmigen Blütenstände erscheinen im Herbst. Die Früchte bilden sich im Frühjahr aus. Zunächst erscheinen grüne Hülsenfrüchte. Diese reifen zu schokobraunen Früchten heran und können gerade wie gebogen erscheinen. Die Schale wird nach und nach lederartig. Die reifen Hülsenfrüchte bleiben über Monate am Johannisbrotbaum hängen. Oft fallen die Schoten auch von den Bäumen und lassen sich aufsammeln.
Der Verzehr der Carobschoten ist seit Tausenden von Jahren überliefert. In jeder Schote sind 10 bis 15 Samen enthalten. Die harten und glänzenden Früchte wiegen knapp 20 Gramm. Um das Carobpulver zu gewinnen, werden die Kerne aus den Schoten befreit und nach der Trocknung gemahlen. Das Pulver ist in einem fest verschlossenen Gefäß über mehrere Jahre haltbar.

Carob – was steckt drin?

Carob ist beinahe fettfrei und enthält auch sehr wenig Natrium. Aufgrund des hohen Ballaststoffanteils und dem natürlichen Zuckeranteil, gilt Carob als Energielieferant und Sattmacher. Dabei enthalten 100 Gramm Carob gerade einmal 255 Kalorien. Carob ist reich an Mineralstoffen, wie Eisen und Calcium. Eine anregende Wirkung bleibt dagegen aus, denn es sind weder Koffein noch Theobromin enthalten. Der Kalziumanteil übersteigt dem des Kakaos um das Dreifache. Die Kalorien sind dagegen um ein Drittel weniger.

Carob – Wirkung auf die Gesundheit?

Die gesundheitsfördernde Wirkung ist nachgewiesen und durchaus vielschichtig. Der Konsum von Carob kann sich positiv in folgender Hinsicht auswirken:

  • Verdauung

    Carob besitzt zahlreiche Ballaststoffe, welche die Verdauung fördern und aufgrund der Quellfähigkeit lange satt machen. Carob hat sich als Mittel gegen Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen bewährt.

  • Cholesterin und Blutzucker

    Carob kann dabei helfen, die Blutzucker– und Cholesterinwerte zu senken. Dem durch falsche Ernährungsweise hervorgerufenen Metabolischen Syndrom kann damit begegnet werden. Damit hilft Carob dabei, das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen zu minimieren.

  • Immunabwehr

    Carob kann eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden. Carob hilft auch dabei, uns vor freien Radikalen zu schützen und auch in der Krebstherapie wurde die Wirkung bestätigt und festgestellt, dass Tumore durch die Einnahme von Carob an ihrem Wachstum gehindert werden können.

  • Atemwegserkrankungen

    Hierbei kommt die schleimlösende Wirkung von Carob zum Tragen. So kann sich die Einnahme von Carob bei Asthma und Bronchitis positiv auswirken und Husten und Heiserkeit lindern.

  • Libido

    Die Wirkung auf die Sexualfunktion ist seit Tausenden von Jahren bekannt. Im Orient dient Carob seit Langem als natürliches Mittel, welches bei Sexualstörungen zum Einsatz kommt.

Wissenswertes zur Nutzung von Carob

Carob schmeckt anfänglich süßlich und aromatisch. Später wird es härter und ist dann auch länger haltbar. Carob entstammt der arabischen Bezeichnung „Charrub“. Einst wurden auch „Soodbrot“ oder „Bockshorn“ als Synonyme verwendet.

Ein Johannisbrotbaum kann etwa 75 Kilogramm Ertrag pro Pflanze liefern. Besonders kräftige Exemplare können auch mehr als 200 Kilogramm Früchte bringen. Neben dem Vermahlen zu Carobpulver werden die Hülsenfrüchte auch zu einem Kaftan genannten Saft gepresst oder für die Herstellung alkoholischer Getränke genutzt.

Da die reifen Früchte häufig bitter schmecken, werden für die Herstellung hochwertigen Fruchtpulvers häufig lediglich die Mittelteile der Früchte verwendet. Um das Pulver zu gewinnen, werden die Früchte aufgebrochen, grob zerkleinert, für die bessere Haltbarkeit zunächst geröstet und anschließend vermahlen.

Der Geschmack erinnert durchaus an herkömmlichen Kakao. Dies wird durch das leicht karamellige Fruchtaroma und den enthaltenen Zuckeranteil erreicht. Carob ist reich an Vitamin A und B. Auch der hohe Anteil an Eisen und Calcium spricht für ein gesundes, und auch für Kinder sehr empfehlenswertes Lebensmittel. Probieren Sie es aus und ersetzen Sie Kakao in Zukunft durch Carob. Dabei werden Sie immer neue Rezeptideen für sich entdecken und ausprobieren.

Wie lässt sich Carob verwenden?

Wie bereits erwähnt, Carob ist ein Kakaoersatz, der 1:1 den herkömmlichen Kakao ersetzen kann. Probieren Sie Carob nicht nur als Getränk, sondern auch als Zutat für den nächsten Schokokuchen, als Beigabe zum morgendlichen Müsli oder zur Herstellung von Schokopudding oder Schokomousse. Auch ein Brotaufstrich aus Carob kann die herkömmliche Nuss-Nougat-Creme ersetzen.

Tipp: Oft muss nicht mehr gesüßt werden, denn Carob enthält bereits ausreichend natürlichen Zucker. Dies hilft zusätzlich, Kalorien einzusparen.

Beitragsbild: © lucky elephant – Fotolia.com

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